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Quadrocopter - Gewerbliche Nutzung - Erfahrungsbericht 1.0

Ich bin gewerblich als Foto- und Videograf tätig und beabsichtige einen Imagefilm über meine Heimatstadt zu produzieren. Die Stadt besteht aus zwei größeren Stadtteilen und mehreren angegliederten Dörfern. Ein Großteil der Fläche des Stadtgebietes steht unter Naturschutz bezw. ist ausgewiesener Nationalpark. Da es kein Geheimnis ist, darf ich es hier auch schreiben: Es ist der Nationalpark Eifel und bei der betreffenden Stadt handelt es sich um die Stadt Schleiden; die sich selbst als Nationalparkhauptstadt tituliert.

 

Nach dem seit 01. Oktober 2017 die sogenannte Drohnen-Verordnung in Kraft ist, habe ich, was die Erlaubnis zum Drehen von Videos und das Aufnehmen von Fotos, insbesondere aus der Luft, betrifft viel im Internet recherchiert und versucht mich schlau zu machen. Bemerken muss ich an dieser Stelle, dass ich erst seit diesem Sommer im Besitz einer DJI Phantom 3 Standard (Gewicht 1,2 Kg) bin und auch erst wenige, aber geglückte Flugstunden absolviert habe.

 

Im Bezug auf mein Vorhaben möchte ich als erste Anlaufstelle Fotos und Videos von der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten "Wüstung Wollseifen" machen, die sich auf dem Gebiet des Nationalpark Eifel befindet. Die Aufnahmen sollen sich auf zwei bis drei Tage mit jeweils maximal ca. 60 Minuten beschränken.

 

Notwendigerweise, jedenfalls nach meinen Erkenntnissen, muss für den Einsatz der Drohne ein "Antrag auf Erteilung einer Ausnahme vom verbotenen Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen und Flugmodellen" bei der zuständigen Bezirksregierung in Düsseldorf gestellt werden.

Den entsprechenden Antragsvordruck fand ich nach kurzer Suche im Internet. Unter Ziffer 7. dieses Vordruckes sind die erforderlichen Unterlagen aufgelistet (u.a. Nachweis (Foto) der Kennzeichnung der Drohne, Kopie des Gewerbescheines, Versicherungsnachweis, Zustimmung des Grundstückseigentümers, Unbedenklichkeitserklärung der zuständigen Ordnungsbehörde, Lageplan des Aufstiegs-/Startgeländes und seiner Umgebung).

 

Foto der Kennzeichnung der Drohne, Gewerbe- und Versicherungsnachweis sind vorhanden.

Als nächsten Schritt richtete ich mich an das Ordnungsamt der Stadt. Von dort erhielt ich ziemlich zeitnah telefonisch den Hinweis, zuerst doch die Zustimmung des Grundstückseigentümers, dies ist in diesem Falle das Nationalparkforstamt (Untere Landschaftsbehörde) einzuholen. Sollte diese erfolgen, wäre man gerne bereit mir die Unbedenklichkeit zu bescheinigen; Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

 

Dann wandte ich mich per eMail an den Grundstückseigentümer. 5 Tage später hielt ich dessen Erlaubnis (mit entsprechenden Auflagen) in den Händen und konnte diese an das Ordnungsamt der

Stadt geben. Vor dort erhielt ich dann schon einen Tag später die gewünschte Unbedenklichkeitsbescheinigung.

 

Nun hatte ich alle geforderten Unterlagen zusammen und schickte den Antrag nebst Anlagen per eMail an das zuständige Derzernat -Luftverkehr- bei der Bezirksregierung. Jetzt war warten angesagt!

 

Nach 12 Tagen des Wartens, richtete ich eine höfliche Erinnerung an die Bezirksregierung. Am 14. Tag nach Antragstellung kam die ersehnte Antwort: Zitat: "...Sollte Ihr unbemanntes Luftfahrtsystem weniger als 5 Kilogramm Startmasse haben, benötigen Sie von mir keine Betriebserlaubnis. Darüber hinaus haben Sie die Zustimmung der unteren Landschaftsbehörde, die von mir als Auflage sowieso zwingend erforderlich wäre. ...."

 

Hurra! Nun noch mit dem Nationalparkforstamt die Dreh-/Flugtermine festlegen und los geht`s !

 

Dadurch, dass ich keinen Antrag an die Bezirksregierung hätte stellen müssen, wäre das notwendige Genehmigungsverfahren innerhalb einer Woche positiv beschieden worden. An dieser Stelle mein Dank allen Beteiligten!

 

 

Zusatz:

Weitere 8 Tage später erhielt ich überraschenderweise doch noch eine offizielle Genehmigung der Bezirksregierung mit Gebührenbescheid. Auf nochmalige schriftliche Nachfrage, wie es zu diesem Sinneswandel kommt, bestätigte mir die Sachbearbeiterin dass Sie zunächst falsch beurteilt hat und nach nochmaliger Prüfung zu der Erkenntnis gelangt ist, dass eine Genehmigung erforderlich ist!

 

 

PS: Bei einer Betriebserlaubnis (Allgemeinerlaubnis) für die Dauer von zwei Jahren um über Naturschutzgebiete fliegen zu dürfen, muss ein Antrag an die Bezirksregierung gestellt werden; jedenfalls in Nordrhein-Westfalen.

 

 

 

Horst Fehse, Schleiden

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